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Bildungs- und Erziehungsplans für Kinder von 0 bis 10 Jahren in Hessen

in Lehrerzimmer 01.08.2005 13:01
von Joez | 351 Beiträge

Pressemeldung vom 26.07.2005

Aktuelle Pressemitteilung des Hessischen Kultusministeriums


Sozialministerin Silke Lautenschläger und Kultusministerin Karin Wolff haben die Weichen für die Erprobung des Bildungs- und Erziehungsplans für Kinder von 0 bis 10 Jahren in Hessen gestellt, der unter dem Motto "Bildung von Anfang an" steht. Sie haben 45 Modellstandorte für den Praxistest ausgewählt, der mit dem Start des neuen Kindergarten- bzw. Schuljahres beginnt und bis Februar 2007 dauert. Alle Regionen Hessens sind vertreten. "Jeder Standort besteht aus einem Tandem, das sich aus mindestens einer Grundschule und einer Kindertageseinrichtung zusammensetzt. Es geht darum, die bestmögliche individuelle Förderung des Kindes zu gewährleisten. Durch die Verzahnung von vorschulischer und schulischer Bildung werden Kontinuität und Anschlussfähigkeit in den Bildungsprozessen erreicht und behutsame Übergänge im Bildungsverlauf gesichert", erklärten die Ministerinnen.

Bei der Auswahl der 45 Modellstandorte wurde darauf geachtet, dass unterschiedliche inhaltliche Profile, die verschiedenen Trägermodelle und strukturellen Rahmenbedingungen sowie möglichst alle 33 Jugendamtsbezirke in Hessen berücksichtigt und vertreten sind. Daher wurde die ursprünglich vorgesehene Zahl von 30 Modellstandorten erweitert.

Der Entwurf wird nun auf seine Praxistauglichkeit getestet. Ziel ist es, dass der Plan von allen an Bildung Beteiligten mitgetragen wird. Nach der Erprobungsphase findet er landesweit Anwendung und stellt ein tragfähiges Fundament dar, um die Bildungschancen aller Kinder in Hessen nachhaltig zu verbessern. Das Modellprojekt wird fachlich betreut und wissenschaftlich begleitet.

Sehr erfreut zeigten sich Lautenschläger und Wolff über das große Interesse der Kindertageseinrichtungen und Grundschulen an der Mitwirkung bei dem Pilotprojekt. Insgesamt hatten sich 128 Tandems beworben. "Diese Resonanz belegt die hohe Sensibilität und Einsatzbereitschaft für die frühkindliche Bildung", betonte die Sozialministerin. Die Kultusministerin wertete die Vielzahl der Interessenten als Bestätigung dafür, dass "die Landesregierung den richtigen Weg geht, um Hessen mit vereinten Kräften als Bildungsland weiter voranzubringen.

Aufgrund der hohen Resonanz werden alle 128 Tandempartner (Kindertageseinrichtungen und Grundschulen) an der Erprobungsphase beteiligt. Für die wissenschaftliche Begleitung wurde ein "innerer Kreis" von 45 Modellstandorten ausgewählt, während die übrigen Bewerber in einem "äußeren Kreis" den Bildungsplan auf seine Praxistauglichkeit hin prüfen können.

Hessen hat mit dem Bildungs- und Erziehungsplan als erstes Bundesland ein umfassendes Bildungskonzept erarbeitet, das sich nicht auf einen Altersabschnitt beschränkt, sondern die gesamte kindliche Entwicklung zwischen dem ersten und dem zehnten Lebensjahr berücksichtigt. "Der Bildungs- und Erziehungsplan ist ein Orientierungsrahmen für alle Bildungsorte - Familien, Tagespflegeeltern, Kindertageseinrichtungen und Grundschulen. Er beinhaltet Bildungs- und Erziehungsziele und gibt Handlungsempfehlungen", erläuterte Ministerin Wolff.

"Das Kind muss im Mittelpunkt stehen. Wichtig ist spielerisches Lernen von Anfang an. Kinder sind neugierig, wollen mitmachen und gefördert werden", betonte Sozialministerin Lautenschläger. Neuere Erkenntnisse aus dem Bereich der Hirnforschung und der Entwicklungspsychologie hätten gezeigt, dass gerade die frühkindliche Phase von 0 bis 3 Jahren prägend für die weitere Entwicklung eines Kindes sei und die Grundlage für das lebensbegleitende Lernen bilde. "Wir möchten alle an Bildung und Erziehung Beteiligten an einen Tisch holen, auch die Familien", ergänzte Kultusministerin Wolff. "Nur wenn wir alle aktiv in die Umsetzung des Plans einbeziehen, können wir die Qualität der frühen Bildung entscheidend verbessern."

Der Entwurf des Bildungs- und Erziehungsplans wurde vom Staatsinstitut für Frühpädagogik München unter Leitung von Prof. Dr. Dr. Dr. Wassilios E. Fthenakis in Kooperation mit einer Fachkommission erarbeitet. Die Fachkommission setzt sich aus Experten der Ministerien und verschiedener Institutionen zusammen, darunter Vertreter der kommunalen Spitzenverbände, der Kirchen, der Liga der freien Wohlfahrtspflege, der Unternehmerverbände, der Staatlichen Schulämter sowie Fachkräfte und Eltern. Der jetzt folgenden Erprobungsphase war eine knapp dreimonatige Anhörungsphase vorausgegangen, in deren Verlauf der Bildungs- und Erziehungsplan öffentlich zur Diskussion gestellt wurde. Die Veränderungsvorschläge und Anregungen gehen in eine erweiterte Fassung des Entwurfs ein, die der Erprobungsphase zugrunde gelegt wird.


Der Entwurf des Bildungs- und Erziehungsplans ist im Internet veröffentlicht: http://www.sozialministerium.hessen.de oder http://www.kultusministerium.hessen.de


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