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Konzept gegen den kurzfristigen Stundenausfall an hessischen Schulen

in Lehrerzimmer 08.10.2005 23:03
von Joez | 351 Beiträge

Pressemeldung vom 07.10.2005

Aktuelle Pressemitteilung des Hessischen Kultusministeriums

Ein bundesweit einzigartiges Konzept gegen den kurzfristigen Stundenausfall an hessischen Schulen hat Kultusministerin Karin Wolff heute in Wiesbaden vorgestellt. „Die Eltern müssen darauf vertrauen können, dass ihr Kind in der Schule von der ersten bis zur sechsten Stunde durchgehend unterrichtet oder betreut wird“, umriss die Ministerin das Ziel ihres umfangreichen Vorhabens. Ab dem Schuljahr 2006/07 solle es deshalb für alle Schülerinnen und Schüler der Jahrgänge 1 bis 10 feste Schulzeiten geben. „Für die Eltern ist die vollständige Abdeckung der Stundentafel heute Standard. Die Probleme entstehen dann, wenn ihr Kind wegen der Erkrankung eines Lehrers plötzlich mitten am Vormittag wieder vor der Haustür steht“, erläuterte Wolff.

Die Landesregierung habe seit 1999 mit erheblicher Kraftanstrengung die Unterrichtsgarantie erreicht. „Damit gewährleisten wir, dass im Stundenplan der Schülerinnen und Schüler der Unterricht steht, der ihnen nach der Stundentafel zusteht“, erklärte Wolff. Dazu habe Hessen über 3.500 Stellen für Lehrer und 1.600 Stellen für Referendare neu geschaffen. Damit Schulen flexibel auf kurzfristigen Stundenausfall reagieren könnten, habe Hessen trotz der immer angespannteren wirtschaftlichen Lage die Mittel für Vertretungsunterricht kontinuierlich auf aktuell 26 Mio. Euro aufgestockt. „Dennoch gelingt es derzeit noch nicht, Unterrichtsausfall bedingt durch Krankheit oder andere Gründe vollständig zu verhindern. Hier müssen und wollen wir noch besser werden“, fasste Wolff zusammen.

Seit der vergangenen Legislaturperiode habe Hessen daher das Programm „Unterrichtsgarantie Plus“ in verschiedenen Varianten erprobt. Auf Basis der gewonnenen Erfahrungen mit unterschiedlichen Vertretungsmodellen an Schulen sei jetzt das Gesamtkonzept „Unterrichtsgarantie Plus – für eine verlässliche Schule“ erstellt worden, das für alle Schülerinnen und Schüler einen geordneten Ablauf des Schulvormittags sicherstellt. „Diese Verlässlichkeit ist gerade im Hinblick auf die Vereinbarkeit von Familie und Beruf von großer Bedeutung“, hob Wolff hervor. „Mit dem neuen Konzept kommen wir den Eltern einen Riesenschritt entgegen.“

Aufbauend auf den bereits jetzt wirksamen schulinternen Vertretungsregeln bei Stundenausfall sollen die Schulen ihr Vertretungssystem ausweiten und verbessern. Gleichzeitig sollen sie mit schulorganisatorischen Weichenstellungen gewährleisten, dass weniger Unterricht ausfällt, beispielsweise durch die Bündelung von Wander- und Studienfahrten oder die Einrichtung fester Konferenztage. „Wenn Lehrkräfte trotzdem krankheitsbedingt oder aus anderen Gründen fehlen, muss für ihre Vertretung ab dem ersten Tag mindestens eine Betreuung sichergestellt sein, spätestens ab dem dritten Tag muss Fachunterricht gegeben werden“, erläuterte die Ministerin.

Die Umsetzung des Konzepts verlange den Schulen viel ab, räumte Wolff ein. Allerdings erhielten die Schulen durch frei verfügbare Mittel auch eine erhebliche Hilfestellung. Insgesamt stellt Hessen für die neue Verlässlichkeit 42 Mio. Euro bereit. 30 Mio. Euro davon erhalten die Schulen, um bei kurz- und mittelfristigem Stundenausfall schnell und unbürokratisch die Vertretung organisieren zu können. Für jede unterrichtswirksame Vollzeit-Lehrerstelle steht der einzelnen Schule dabei jeweils rund 1.000 Euro zur Verfügung. Eine Schule mittlerer Größe erhält demnach ein Vertretungsbudget in Höhe von rund 50.000 Euro. „Die Zuweisung eines eigenständig zu bewirtschaftenden Vertretungsbudgets ist ein weiterer wichtiger Schritt auf dem Weg zur eigenverantwortlichen Schule und solide Grundlage für schuleigene Konzepte. Die Schulen können über die Vergabe der Vertretungsmittel völlig selbstständig entscheiden, Gestaltungsspielräume nutzen und flexibel auf die Bedürfnisse vor Ort reagieren“, betonte die Ministerin. Lang

fristige Vertretung bei Ausfällen von über fünf Wochen werde wie bisher von den Staatlichen Schulämtern sichergestellt, die hierfür die übrigen 12 Mio. Euro erhalten.

Wolff verwies darauf, dass Hessen den Grundschulen und Grundstufen der Schulen für Lernhilfe und Sprachheilschulen (Förderschulen) bereits seit Jahren Zuschüsse für die verlässliche außerunterrichtliche Betreuung am Vormittag zur Verfügung stelle.

Den Schulen sicherte die Ministerin zu, sie bei der anspruchsvollen Aufgabe auch über die finanziellen Grundlagen hinaus zu unterstützen. Die Staatlichen Schulämter seien aufgefordert, die Schulen über alle Einzelheiten des Konzepts zu informieren, ihnen bei der Abwicklung zu helfen und beratend zur Seite zu stehen. Darüber hinaus erhielten die Schulen Hilfe in Form von Fortbildungsangeboten auch im Hinblick auf die konkrete Umsetzung.

Die Ministerin appellierte eindringlich an die Mitwirkung der einzelnen Schule und die Kooperation zwischen Schulen und Staatlichen Schulämtern: „Nur mit vereinten Kräften können wir auf die vielfältigen Problemstellungen reagieren und das ehrgeizige Ziel erreichen, den kurzfristigen Stundenausfall auf Null zu reduzieren. Mit dem Konzept der verlässlichen Schule übernimmt Hessen erneut eine Vorreiterrolle und kommt seinem Ziel, Bildungsland Nr. 1 zu werden, einen großen Schritt näher.“


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RE: Konzept gegen den kurzfristigen Stundenausfall an hessischen Schulen

in Lehrerzimmer 20.01.2006 16:53
von der PRINZ | 82 Beiträge

Es ist der Hammer,.... wenn eine Schule keine pensionierten Lehrerskolleginnen aht, die bereit sind einzuspringen, wer solls denn machen???
Vielleicht Studenten, die noch nichteinmal ein Praktikum gemacht haben.... oder die Nachbarin, die schon immer mal gucken wollte, wie denn Müllers Lieschen im Rechnen ist ?????


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